Smart Cities: Die Zukunft, schon heute

Smart Cities: Die Zukunft, schon heute

Smart Cities: Die Zukunft, schon heute 1024 574 Trendsformative

55% der Erdbevölkerung leben bereits heute in städtischen Gebieten, bis 2050 werden es voraussichtlich 68% sein. Durch fortschreitende Urbanisierung, also den Umzug von Menschen aus ländlichen in städtische Gebiete, und die wachsende Weltbevölkerung, könnte die Stadtbevölkerung bis 2050 um weitere 2,5 Milliarden Menschen wachsen. Die meisten Länder entwickeln vor allem ihre Städte, nicht jedoch ihre ländlichen Gebiete. Daher bieten Ballungsräume mehr Möglichkeiten, bessere öffentliche Einrichtungen und eine völlig andere Lebensperspektive und ziehen Menschen an, die nach Wohlstand und einem neuen Anfang suchen. Heute werden zahlreiche innovative Projekte für Smart Cities umgesetzt, die den Weg in die Zukunft weisen sollen – denn intelligente Städte sind die Lösung für zahlreiche aktuelle Probleme.

Wie wird eine Stadt intelligent?

Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts und der Treibstoff der größten Volkswirtschaften der Welt. Die Sammlung und Analyse von Daten mithilfe von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) ist Kernbestandteil dieses neuen Leitbilds, das die Optimierung bestehender Infrastruktur ebenso ermöglicht wie völlig neue Anwendungsgebiete. Durch Nutzung und Integration von Daten in städtische Dienstleistungen wie Versorgung und Transport wird die intelligente Stadt zur Realität.

Smart City-Dienstleistungen werden das Leben der Menschen verbessern und verändern. Bis 2020 soll der Markt ein Volumen von 400 Milliarden Dollar erreichen. Dann können wir auf völlig neue Art mit unserer Umwelt kommunizieren, durch wechselseitigen Dialog Verständnis fördern und unsere Lebensqualität verbessern. Durch eine flächendeckende Anwendung in zahlreichen Branchen eröffnen sich zahllose Möglichkeiten, die unser Leben von Grund auf verändern könnten.

Smart-City-Konzepte orientieren sich an den lokalen Gegebenheiten

Je nach ihren Ressourcen, ihrem Entwicklungsstatus und den Vorstellungen ihrer Bewohner kann eine intelligente Stadt auf verschiedene Weise definiert werden. So funktionieren intelligente Städte in Entwicklungsländern anders als in Industrieländern.

Ein Beispiel für Innovation ist das Verkehrsmanagementsystem der dänischen Hauptstadt Kopenhagen, das aus herkömmlichen Projekten zur Verkehrserleichterung hervorgegangen ist und vor allem auf IoT-Anwendungen beruht (Internet of Things). Wie Studien zeigen, sind 80% der Weltbevölkerung Schadstoffemissionen ausgesetzt, die empfohlene Grenzwerte überschreiten. Verkehrsbedingte Umweltverschmutzung spielt dabei eine wichtige Rolle. Kopenhagen stellt den Gesundheitsschutz an erste Stelle und strebt eine möglichst emissionsarme Verkehrssteuerung an. Zu diesem Zweck entwickelt die Stadt ein datengestütztes Verkehrsmanagementsystem, das sich an der Luftqualität orientiert. Dies erschließt nicht nur neue Wege zur Steuerung der Luftqualität, sondern trägt auch zur Umsetzung der Ziele der Weltgesundheitsorganisation bei, die die Zahl der Sterbefälle durch Luftverschmutzung bis 2030 um zwei Drittel reduzieren will. Umweltfreundliche Verkehrsplanung ist gut für die Gesundheit – und eröffnet damit neue Möglichkeiten für Menschen und Unternehmen zur Gestaltung einer grüneren Zukunft.

Das chinesische Wuhan will dagegen mit seiner „Sponge City“-Initiative so viel Wasser wie möglich sammeln. IoT spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle, dennoch ist das Projekt für die Entwicklung einer intelligenten Stadt nicht weniger bedeutend.

Beteiligung des privaten Sektors

Die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (SDGs) dienen als Blaupause für eine bessere und nachhaltigere Zukunft für alle. Sie beschreiben die globalen Probleme unserer Zeit, darunter auch Probleme, die mit Armut, Ungleichheit, Klima, Umweltzerstörung, Wohlstand sowie Frieden und Gerechtigkeit zusammenhängen. Das elfte Ziel strebt integrative, sichere, belastbare und nachhaltige Städte an. Laut Statistiken der Citibank sind zur Umsetzung dieses Ziels jährlich 2,1 Billionen US-Dollar notwendig, um angemessenen, sicheren und bezahlbaren Wohnraum sowie nachhaltige Transportlösungen für alle zu schaffen und bis 2030 eine integrative und nachhaltige Urbanisierung zu erreichen.

Stadtentwicklung ist kein rein theoretisches Konzept, sondern bietet auch konkrete Investitionsmöglichkeiten in unterschiedlichen Bereichen. Dadurch verändert sich auch die Ökonomie von Infrastruktur, es entsteht Raum für Partnerschaften und die Beteiligung des privaten Sektors. Bau und Wartung von Anlagen werden Investitionen notwendig machen, intelligente Technologie kann dabei neue Anwendungsmöglichkeiten eröffnen und die Belastung langfristig reduzieren. Städte erfordern in der Regel enorme Investitionen und werden extrem langfristig geplant. Mit der richtigen Kombination aus intelligenten Technologien und herkömmlicher Infrastruktur können sie jedoch dynamisch und schneller auf Nachfrageveränderungen reagieren. Zur Effizienzsteigerung und Erschließung neuer Möglichkeiten sind Smart Cities wesentlich auf die Beteiligung des privaten Sektors angewiesen. Der öffentliche Sektor reagiert oft langsam auf Veränderungen, private Unternehmen können in der Verwaltung öffentlicher Dienstleistungen dagegen die notwendigen Ressourcen und Kompetenzen aufbringen, um schnell auf plötzliche Veränderungen zu reagieren.

Wann kommen die intelligenten Städte?

Smart Cities sind bereits Realität!

Wir leben in einer „Jetzt-Generation“, in der Menschen alles sofort haben wollen. Echtzeitdaten waren daher noch nie so wichtig wie heute. Im Jahr 2015 kündigte die Obama-Regierung eine neue Smart-City-Initiative an, in deren Rahmen 160 Millionen US-Dollar Bundesmittel in Software und IoT-Anwendungen zur Verbesserung kommunaler Dienstleistungen investiert werden sollten. Der Plan fiel auf fruchtbaren Boden: 54 Städte setzten zwischen 2015 und 2017 insgesamt 335 Smart-City-Projekte um, gleichzeitig gingen weitere 459 Smart City-Projekte in die Planungsphase.

Zur kontinuierlichen Anpassung und autonomen Weiterentwicklung intelligenter Städte sind Echtzeitdaten unerlässlich, deren Erfassung durch die Einführung von 5G-Netzen ermöglicht wird. Weltweit werden derzeit zahlreiche weitere Projekte umgesetzt, die die flächendeckende Einführung intelligenter Städte vorantreiben. Die Zukunft findet bereits heute statt.